Fachwissen
Neue internationale Hochschulrankings: Kommission begrüßt Einführung des U-Multirank
Heute (2. Mai) wird ein neues globales Hochschulranking gestartet, das mit 13 Mio. EUR aus Mitteln der Europäischen Union eingerichtet wurde.
U-MultirankDas Unternehmen, das die Leistung von mehr als 850 Hochschuleinrichtungen weltweit bewertet, geht neue Wege, indem es mehrdimensionale Listen erstellt, in denen Universitäten anhand eines viel breiteren Spektrums von Faktoren bewertet werden als bestehende internationale Rankings. Die Idee ist, vereinfachte Ranglisten zu vermeiden, die zu irreführenden Vergleichen zwischen Einrichtungen sehr unterschiedlicher Art führen oder signifikante Qualitätsunterschiede zwischen Kursen an derselben Universität maskieren können. Einzelne Benutzer können ein personalisiertes Ranking erstellen, das auf ihren speziellen Anforderungen basiert. Auf diese Weise können sie Informationen über die Universitäten oder spezifischen Disziplinen erhalten, die sie am meisten interessieren, und Kriterien nach ihren eigenen Vorlieben auswählen.
Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, erklärte: „Ich begrüße diese spannende neue Entwicklung im Hochschulwesen. U-Multirank ermöglicht Studierenden fundiertere Studienentscheidungen und verschafft uns ein genaueres Bild von der Leistungsfähigkeit der Universitäten. Wir sind stolz auf unsere erstklassige Hochschulbildung, brauchen aber vielfältige Universitäten, die den unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht werden; dazu gehören starke technische und regionale Universitäten ebenso wie herausragende Forschungsuniversitäten. U-Multirank hebt viele Spitzenuniversitäten hervor, die in aktuellen, forschungsorientierten globalen Rankings nicht vertreten sind – darunter über 300 Universitäten, die bisher in keinem Weltranking vertreten waren.“
Während sich traditionelle internationale Rankings in der Regel auf exzellente Forschung konzentrieren und andere Faktoren vernachlässigen, wird U-Multirank seine Bewertungen auf fünf Schlüsselbereiche stützen:
- Forschungsleistung;
- Qualität des Lehrens und Lernens;
- internationale Ausrichtung:
- Erfolg beim Wissenstransfer (Partnerschaften mit Unternehmen und Start-ups) und
- regionales Engagement.
Das neue Ranking berücksichtigt auch das Feedback von 60,000 Studenten an den teilnehmenden Universitäten.
U-Multirank bewertet die Gesamtleistung von Universitäten, ordnet sie aber auch in ausgewählten Fachbereichen ein: 2014 sind dies Betriebswirtschaftslehre, Elektrotechnik, Maschinenbau und Physik; 2015 kommen Psychologie, Informatik und Medizin hinzu. Die Universitäten werden anhand von bis zu 30 Einzelindikatoren geprüft und in fünf Leistungsklassen von „A“ (sehr gut) bis „E“ (schwach) eingestuft.
Die Ergebnisse zeigen, dass zwar mehr als 95 % der Hochschulen in mindestens einem Bereich die Note „A“ erreichen, aber nur 12 % mehr als zehnmal die Bestnote erreichen. Von den 10 Universitäten im Ranking stammen 850 % aus Europa, 62 % aus Nordamerika, 17 % aus Asien und 14 % aus Ozeanien, Lateinamerika und Afrika.
Ein unabhängiges Konsortium unter der Leitung der Zentrum für Hochschulbildung (CHE) in Deutschland und der Zentrum für Studien zur Hochschulpolitik (CHEPS) in den Niederlanden hat das neue Ranking zusammengestellt. Weitere Partnerorganisationen sind das Zentrum für Wissenschafts- und Technologiestudien der Universität Leiden (Niederlande), die Katholische Universität Leuven (Belgien), der akademische Verlag Elsevier, die Bertelsmann-Stiftung und das Softwareunternehmen Folge 3. Das Konsortium arbeitet auch eng mit einer Reihe nationaler Rankings zusammen Partner und Stakeholder-Organisationen.
Ein neuer Ansatz für Hochschulrankings wurde erstmals 2008 von den Mitgliedstaaten vorgeschlagen, und die Europäische Kommission forderte anschließend Experten auf, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, um sicherzustellen, dass sie von Universitäten und Studenten unterstützt wird. Das Konsortium war für den Auswahlprozess und die Methodik verantwortlich.
Von den 850 Universitäten im U-Multirank lieferten mehr als 500 umfassende Daten. Die anderen wurden auf der Grundlage von Daten bewertet, die aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Patentdatenbanken im Bereich Forschung und Wissenstransfer verfügbar sind.
U-Multirank erhielt EU-Mittel in Höhe von 2 Mio. EUR aus dem früheren Programm für lebenslanges Lernen (jetzt Erasmus +) für die Jahre 2013-2015, mit der Möglichkeit einer weiteren Finanzierung von zwei Jahren in den Jahren 2015-2017. Ziel ist es, dass eine unabhängige Organisation das Ranking nach einem nachhaltigen Geschäftsmodell verwaltet.
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