Beschäftigung
Was die neuesten Daten über die Ungleichgewichte auf dem europäischen Arbeitsmarkt offenbaren
Europa steht vor einem massiven Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. Um die Lücke zwischen Mangel und Überschuss zu schließen, brauchen wir intelligentere Reformen und mehr Mobilität.
Die neu veröffentlichten EURES-Bericht 2025 über Arbeitskräftemangel und -überschüsse Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitskräftemangel zwar in ganz Europa verbreitet ist, sich aber stark auf wenige Länder konzentriert. Diese ungleiche Verteilung deutet darauf hin, dass in Europa noch erhebliches ungenutztes Potenzial für Arbeitskräftemobilität besteht.
Ein Kontinent der Widersprüche
Fachkräftemangel entsteht, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften mit einer bestimmten Qualifikation das Angebot an verfügbaren Stellen zu normalen Lohnniveaus übersteigt. In Ländern wie Bulgarien, Italien und den Niederlanden berichten Arbeitgeber von Schwierigkeiten bei der Besetzung einer Vielzahl von Stellen, von Fachärzten bis hin zu Schweißern.
Den Daten zufolge werden 57 % dieser Engpässe als mittelgradig oder hochgradig eingestuft. Im Gegensatz dazu sind in Ländern wie Lettland, Österreich und Finnland Überschüsse häufiger, insbesondere in Büroberufen und kreativen Bereichen wie Grafikdesign.
Darüber hinaus hebt der Bericht eine bemerkenswerte Statistik hervor: 98 % der Berufe, in denen in mindestens einem Land ein Mangel herrscht, weisen gleichzeitig in einem anderen Land einen Überschuss auf.
Diese Ungleichgewichte bestehen jedoch fort, da mehrere Hindernisse die Mobilität weiterhin behindern:
- Vielen Arbeitnehmern sind die Möglichkeiten im Ausland nicht bewusst.
- Die Qualifikationen eines Landes werden von einem anderen Land möglicherweise nicht anerkannt.
- Wer die Sprache eines anderen Landes nicht spricht, riskiert, im Ausland keine Anstellung zu finden.
- Weniger attraktive Löhne im Ausland hemmen die Mobilität.
Branchen in der Krise
Der Gesundheits- und Pflegesektor verzeichnet einen der größten Fachkräftemangel in Europa. Dies ist eine Folge der alternden Bevölkerung und des steigenden Bedarfs an Gesundheitsleistungen. Schlüsselberufe wie Ärzte, Pflegekräfte und Betreuungspersonal sind von anhaltendem Mangel betroffen. Viele berichten von längeren Arbeitszeiten und höherem Stress, was Besorgnis über den zukünftigen Personalbedarf in einem Sektor weckt, in dem kein europäisches Land einen Überschuss an Fachkräften aufweist.
Die Energiewende bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Sanierung von Gebäuden und die Installation erneuerbarer Energien erfordern Elektriker, Klempner und Dachdecker, doch diese praktischen Berufe brauchen Zeit zum Erlernen, und ihre anspruchsvollen Arbeitsbedingungen machen sie oft für Neueinsteiger weniger attraktiv.
Erschließung des Arbeitskräftepotenzials
Wie können Regierungen diese Herausforderungen also bewältigen? Der Bericht schlägt eine Reihe langfristiger Lösungen vor:
- Mobilität erleichtern: Die Anerkennung von Qualifikationen und die administrativen Prozesse vereinfachen, den Informationsfluss verbessern und die Stellenvermittlungsdienste von EURES stärken.
- Arbeitsqualität verbessern: Beheben Sie Probleme im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen (Bezahlung, Arbeitszeiten, Vereinbarkeit von Beruf und Familie), insbesondere im Gesundheits- und Baugewerbe.
- Investieren Sie in die Ausbildung: Schwerpunkt auf beruflicher Bildung, Weiterbildung und Umschulung, insbesondere um die Herausforderungen des grünen und digitalen Wandels zu bewältigen.
- Ungenutzte Arbeitskräfte aktivieren: Die Beteiligung von Frauen, älteren Arbeitnehmern und Migranten soll durch gezielte Unterstützung und eine bessere Anerkennung ihrer Qualifikationen gefördert werden.
Entdecken Sie eine der Möglichkeiten, wie EURES diese Bemühungen im Laufe der Zeit unterstützt hat. die letzten 15 JahreSie können die Daten des Berichts und mögliche grenzüberschreitende Übereinstimmungen auch in der interaktives Dashboard auf dem EURES-Portal.
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