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Die Schiene führt Europa in Richtung Energieunabhängigkeit

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Angesichts der jüngsten Energiekrise hat die Gemeinschaft Europäischer Eisenbahn- und Infrastrukturunternehmen (CER) die Schlüsselrolle des Schienenverkehrs für den Personen- und Güterverkehr im Binnenmarkt und die gleichzeitige Reduzierung der europäischen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bekräftigt. Die CER fordert, dass der kommende langfristige EU-Haushalt Investitionen in die Schiene vorsieht, um Europas strategische Autonomie zu stärken.

Frank Elderson von der Europäischen Zentralbank erklärte kürzlich, Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sei zu einer der größten Schwachstellen der europäischen Wirtschaft geworden. Angesichts der Freigabe fossiler Brennstoffreserven durch EU-Länder und der Warnung von Energiekommissar Dan Jørgensen vor einem anhaltenden Energieschock beweist die Bahn einmal mehr ihren strategischen Wert. Laut einer Analyse des Centre for Energy Research (CER) spart der Schienengüterverkehr in Europa derzeit täglich 144,000 Barrel Dieseläquivalent ein, was jährliche Einsparungen von 4.5 Milliarden Euro und die Vermeidung von 22.5 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen ermöglicht.

Gleichzeitig spart der Schienenpersonenverkehr täglich umgerechnet etwa 220,000 Barrel Dieselkraftstoff ein, was zu zusätzlichen wirtschaftlichen Einsparungen von rund 6.9 Milliarden Euro pro Jahr und einer Vermeidung von etwa 32.3 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen jährlich beiträgt. Während Fluggesellschaften vor einer möglichen Kerosinknappheit warnen, birgt der EU-Masterplan für Hochgeschwindigkeitszüge das Potenzial, zusätzlich 660,000 Barrel Öl pro Tag einzusparen. Schätzungen zufolge würde ein zukünftiges 49,000 km langes Hochgeschwindigkeitsnetz, das europäische Hauptstädte und Großstädte verbindet, bis 2070 11.6 Milliarden Barrel Öl im Wert von 750 Milliarden Euro und mehr als 5 Milliarden Tonnen CO₂-Emissionen einsparen.

Die Schiene bildet ein widerstandsfähiges und nachhaltiges Verkehrsrückgrat für Europa und erfüllt damit viele Anforderungen:

Energieunabhängigkeit: Die Bahn nutzt CO₂-arme Energie aus der EU. Mit einem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien und anderer emissionsarmer Stromquellen ermöglicht sie einen nachhaltigen Transport für Güter und Personen. Effizienter Güterverkehr: Die Bahn ist neunmal CO₂-effizienter und siebenmal energieeffizienter als der Straßenverkehr. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da Europa zu fast 60 % seines Energiebedarfs von externen Lieferungen abhängig ist. Die Schweizer Erfahrungen mit dem intermodalen Verkehr zeigen, dass eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene möglich ist.

Wettbewerbsfähiger Personenverkehr: Seit dem Start des CER-Fahrplans für Bahntickets haben die europäischen Eisenbahnen das grenzüberschreitende Reisen deutlich vereinfacht. Angesichts der neuen EU-Hochgeschwindigkeitsstreckenpläne würden drei von vier Bürgern bei Reisen innerhalb der EU die Bahn dem Flugzeug vorziehen. Nachhaltiger Tourismus: Da 75 % der Tourismusemissionen auf den Verkehr zurückzuführen sind, ist die Verlagerung des innereuropäischen Reiseverkehrs auf die Bahn unerlässlich. Nationale Bahnpässe und internationale Angebote tragen dazu bei, Touristen in weniger frequentierte Reiseziele zu lenken und Reisen außerhalb der Hauptsaison zu fördern.

Wirtschaftswachstum: Mit einem Beitrag von 247 Milliarden Euro zur EU-Wirtschaft und 3.1 Millionen Arbeitsplätzen bietet die Bahn eine der größten wirtschaftlichen Wirkungen aller Verkehrsträger bei gleichzeitig geringster CO₂-Bilanz. Die Steigerung des Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene ist ein langjähriges Ziel der EU. Angesichts der zunehmenden Belastungen für Europas Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit ist es umso dringlicher, dieses Ziel durch gezielte Fördermaßnahmen und Investitionen zu untermauern, um die vielfältigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile der Bahn optimal zu nutzen.

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CER-Exekutivdirektor Alberto Mazzola erklärte: „Die aktuelle Energiekrise wird voraussichtlich nicht die letzte sein, und Europa muss diese Chance nutzen, um künftige Risiken zu reduzieren, die EU-Zahlungsbilanz auszugleichen und Energieunabhängigkeit sowie strategische Autonomie zu erreichen. Der Verkehr ist unerlässlich, um Menschen zu verbinden und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Schiene ist das einzige Verkehrsträger im großen Maßstab, das bereits jetzt nachhaltigen Transport mit in der EU erzeugter Energie bietet. Eine Verdopplung des Schienengüterverkehrs und eine Verdreifachung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs bergen bis 2070 ein Einsparpotenzial bei den Ölimporten von rund 1.5 Billionen Euro, die in Europa verbleiben werden. Wir fordern, dass der kommende langfristige EU-Haushalt in die Schieneninfrastruktur und -dienste investiert, um ein stärkeres und krisenfesteres Europa zu schaffen.“

Frank Elderson, „Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen birgt Risiken für die Preisstabilität“, Financial Times, 7. April 2026

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