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#germany: Das Wirtschaftswachstum nimmt Fahrt auf, eine gute Nachricht für Merkel

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Die deutsche Wirtschaft trotzte den gestiegenen politischen Risiken und nahm im ersten Quartal 2017 Fahrt auf, da Unternehmen mehr investierten, Verbraucher und Staat weiter ausgaben und die Exporte trotz der Bedrohung durch zunehmenden Protektionismus in die Höhe schnellten.
schreibt Michael Nienaber.

Europas größte Volkswirtschaft wuchs im dritten Quartal um 0.6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, als sie um 0.4 Prozent zulegte, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag (12. Mai) mit.

Das war die stärkste Quartalswachstumsrate seit dem ersten Quartal 2016, als die Wirtschaft um 0.7 Prozent wuchs. Dies entsprach der Konsensprognose einer Reuters-Umfrage.

Die Zahlen sind die neuesten in einer Reihe solider Daten, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Mitte-Rechts-CDU/CSU-Block dabei helfen dürften, ihre wirtschaftlichen Referenzen vor der Bundestagswahl am 24. September aufzupolieren, bei der sie eine vierte Amtszeit anstrebt.

Merkels Konservative haben in Meinungsumfragen ihren Vorsprung gegenüber der größten Oppositionspartei, den Sozialdemokraten (SPD), bereits ausgebaut. Diese sind Juniorpartner in der aktuellen Koalition und wollen Merkel durch ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz ersetzen.

„Ein Boom ohne Ende in Deutschland … und das trotz aller Risiken“, sagte Analyst Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe und nannte es ein gutes Zeichen, dass der Aufschwung auf einem breiten Fundament stehe.

„Allerdings muss man bedenken, dass die Konjunktur ohne die Unterstützung der für Deutschland zu niedrigen Zinsen weniger brummen würde“, fügte er mit Blick auf die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hinzu.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Investitionen in Gebäude und Ausrüstung unter anderem aufgrund eines milden Winters stark an, während Haushalte und Landesbehörden ihre Ausgaben zu Jahresbeginn leicht erhöhten.

Auch der Handel habe an Dynamik gewonnen und das Wachstum gestützt, da die Exporte stärker wuchsen als die Importe, hieß es. Im Jahresverlauf wuchs das Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt um 1.7 Prozent, was ebenfalls der Konsensprognose entsprach.

„DOPING-COCKTAIL“

„Die Wirtschaft profitiert weiterhin von einem Dopingcocktail aus niedrigen Zinsen, günstigen Ölpreisen und einem exportfördernden Wechselkurs“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Er fügte hinzu, dass zahlreiche Risiken, wie etwa die protektionistischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump und der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen, das Wachstum bislang nicht gebremst hätten.

„Unternehmen erhöhen ihre Investitionen in Maschinen und Ausrüstung, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, international wettbewerbsfähig zu bleiben und Innovationen voranzutreiben.“

Der Handels- und Großhandelsverband BGA erklärte, der deutsche Konjunkturmotor laufe rund und unterstütze das Gesamtwachstum in der Eurozone.

„Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die öffentlichen Finanzen sind solide, die Steuereinnahmen steigen rasant – und auch Länder wie Frankreich, Italien und Spanien profitieren dank steigender Importe von Vorleistungsgütern von unserem Erfolg“, sagte BGA-Chef Anton Börner.

Die Daten unterstreichen auch die Stärke der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu ihren Mitbewerbern.

Die französische Wirtschaft, die zweitgrößte in der Eurozone, wuchs im ersten Quartal um 0.3 Prozent und verlangsamte sich damit von 0.5 Prozent im Schlussquartal 2016, wie vorläufige Daten zeigten.

Für Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft im 19-köpfigen Block, hat die nationale Zentralbank ein vierteljährliches Wachstum von 0.2 Prozent prognostiziert. Vorläufige Daten werden nächsten Dienstag erwartet.

Die spanische Wirtschaft legte jedoch mit einer stärker als erwarteten Wachstumsrate von 0.8 Prozent im ersten Quartal Fahrt auf und lag damit über dem Durchschnitt der Eurozone von 0.5 Prozent.

Außerhalb der Eurozone verlangsamte sich das Wachstum der britischen Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres 0.3 auf 2017 Prozent, nach 0.7 Prozent im vierten Quartal.

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Gastbeitrag - Meinung

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