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#Benchmarks: Europäisches Parlament stimmt Markt Manipulation von Benchmarks wie LIBOR und EURIBOR zu stoppen
Das Europäische Parlament hat gerade über Rechtsvorschriften abgestimmt, die darauf abzielen, die Manipulation von Benchmarks zu stoppen. Das Gesetz wurde vorgeschlagen, als sich herausstellte, dass mehr als ein Dutzend Finanzinstitute an der Festsetzung der Zinssätze beteiligt waren, einschließlich der LIBOR- und EURIBOR-Zinsbenchmarks. Der EU-Vorschlag deckt eine breite Palette von Benchmarks ab.
Leitzinsen, die für die Stabilität der Finanzmärkte in ganz Europa von entscheidender Bedeutung sind, wie der Londoner Interbank Offered Rate (LIBOR) und der Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR), werden dank eines neuen Gesetzes, das darauf abzielt, die Leitzinsen zu bereinigen, zuverlässiger -Einstellungsprozess, Verbesserung der Transparenz und Vermeidung von Interessenkonflikten, wie sie in den letzten Jahren zu den LIBOR-Rigging-Skandalen geführt haben, in denen die Banken zusammengearbeitet haben, um den Eindruck zu erwecken, dass sie sich in einer stärkeren Position befinden. Darüber hinaus haben sie Produkte aufgrund dieser Kurse falsch verkauft.
Die Europaabgeordnete Cora van Nieuwenhuizen (ALDE, Niederlande), die den Bericht federführend verfasste, freute sich über die große Unterstützung. 505 Stimmen stimmten für ihr Gesetz: „Dieses Gesetz sollte der Manipulation von Benchmarks ein Ende setzen, und ich freue mich, dass es nun verabschiedet wurde. Diese Indizes sind wichtig für Hypothekendarlehen, werden aber auch zur Festlegung des Benzinpreises und des Euro-Wechselkurses verwendet und sollten daher absolut vertrauenswürdig sein. Ich bin stolz darauf, dass Europa der erste Kontinent ist, der dies reguliert.“
Jonathan Hill, Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion, begrüßte die Abstimmung des Parlaments: „Benchmarks sind für das Funktionieren unserer Finanzmärkte von entscheidender Bedeutung. Die Manipulation von Benchmarks kommt einem Diebstahl an Anlegern und Verbrauchern gleich. Daher begrüße ich die heutige Abstimmung im Europäischen Parlament. Sie bedeutet, dass wir nun über neue Regeln verfügen, die dazu beitragen werden, das Vertrauen in die Finanzmärkte der Europäischen Union wiederherzustellen.“
Benchmark-Kategorien
Das Gesetz sieht drei Kategorien von Benchmarks vor, die unterschiedlichen Aufsichtssystemen unterliegen, je nachdem, welchen Einfluss sie auf die Stabilität der Finanzmärkte haben.
„Kritische“ Benchmarks beeinflussen Finanzinstrumente und -kontrakte mit einem Durchschnittswert von mindestens 500 Mrd. EUR und könnten somit die Stabilität der Finanzmärkte in ganz Europa beeinträchtigen. Eine Benchmark kann auch als kritisch angesehen werden, wenn sie keine oder nur sehr wenige geeignete Substitute enthält und wenn sie nicht mehr bereitgestellt wird, würde dies die Marktstabilität erheblich beeinträchtigen.
„Signifikante“ Benchmarks beeinflussen Finanzinstrumente oder Finanzkontrakte mit einem durchschnittlichen Gesamtwert von mindestens 50 Mrd. €. "Nicht signifikante" Benchmarks sind solche, die die für die signifikante Kategorie festgelegten Bedingungen nicht erfüllen. Benchmarks können bei Bedarf von einer Kategorie in eine andere verschoben werden.
Aufsicht, Methodik und Transparenz
Nach dem neuen Gesetz müssen alle Benchmark-Administratoren von einer zuständigen Behörde autorisiert oder registriert werden, auch wenn sie nur nicht signifikante Benchmarks bereitstellen. Sie müssen eine „Benchmark-Erklärung“ veröffentlichen, in der genau definiert wird, was ihre Benchmark-Messgrößen sind, die die Methodik und die Verfahren zur Berechnung der Benchmark beschreibt und die Benutzer über die Auswirkungen einer Änderung oder Einstellung der Benchmark auf Finanzkontrakte informiert.
Daten, die zur Festlegung eines Benchmarks verwendet werden, unterliegen Qualitätsstandards, die sicherstellen sollen, dass sie die Realität, die gemessen werden soll, genau widerspiegeln. Wenn die Benchmark auf Beiträgen basiert, müssen die Daten von zuverlässigen Kontributoren stammen, die an einen Verhaltenskodex für jede Benchmark gebunden sind.
Kritische Benchmark-Administratoren müssen eine klare Organisationsstruktur haben, um Interessenkonflikte zu vermeiden, und wirksamen Kontrollverfahren unterliegen.
Administratoren von nicht signifikanten Benchmarks sind von der Erfüllung bestimmter Bedingungen befreit, müssen jedoch die zuständige Behörde unverzüglich benachrichtigen, wenn die Benchmark den Schwellenwert von 50 Mrd. EUR überschreitet.
Nächste Schritte
Die Benchmark-Verordnung muss nun vom Rat offiziell genehmigt werden. Es wird dann im EU-Amtsblatt veröffentlicht und tritt am Tag nach seiner Veröffentlichung in Kraft.
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