Economy
Das Parlament fordert strengere Regeln Aalbestands zu sparen
Es sind dringend neue Rechtsvorschriften erforderlich, um den europäischen Aalbestand zu retten, der laut Wissenschaftlern in den letzten dreißig Jahren um mindestens 95 % zurückgegangen ist, heißt es in einer am 11. September angenommenen Entschließung des Parlaments. Die Abgeordneten fordern die Europäische Kommission auf, bis März 2014 einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der auch Sanktionen gegen EU-Mitgliedstaaten vorsieht, die nur langsam die für die Bestandsbewertung erforderlichen Daten bereitstellen.
„Der Aal ist vom Aussterben bedroht, und die Mitgliedstaaten tun zu wenig, um ihn zu retten. Deshalb fordert das Europäische Parlament die Kommission auf, einen neuen Legislativvorschlag zur Erholung des Europäischen Aalbestands vorzulegen. Das neue Gesetz muss die Schlupflöcher in der geltenden Gesetzgebung schließen, die zu anhaltender Überfischung und nicht nachhaltigem Aalhandel geführt haben“, sagte Berichterstatterin Isabella Lövin (Grüne/EFA, SE).
Die Abgeordneten fordern die Kommission auf, die aktuellen Wiederbesatzmaßnahmen bis zum 31. Dezember 2013 zu bewerten und dabei insbesondere darauf zu achten, inwieweit sie tatsächlich zur Erholung der Aalbestände beitragen. Die Wiederbesatzmaßnahmen, ein zentrales Element nationaler Aalmanagementpläne, beinhalten die Ansiedlung von Aal aus anderen Quellen. Die Ergebnisse dieser Bewertung müssen in den neuen Legislativvorschlag der Kommission einfließen, der laut dem verabschiedeten Text „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ auf die Erholung des europäischen Aalbestands abzielen muss.
Darüber hinaus stimmte das Parlament auch dafür, die EU-Mitgliedstaaten zu verpflichten, häufiger über die Auswirkungen von Maßnahmen zur Bewirtschaftung der Aalbestände zu berichten: einmal alle zwei Jahre statt einmal alle sechs Jahre. Mitgliedstaaten, die den Melde- und Bewertungspflichten nicht nachkommen, wären verpflichtet, ihren Aalfangaufwand zu halbieren.
Der Rückgang des Europäischen Aals ist vermutlich unter anderem auf Überfischung, Umweltverschmutzung, Hindernisse für seine Wanderung in Flüssen oder sogar veränderte Meeresströmungen zurückzuführen, da Aale vom Meer in Flüsse und wieder zurück wandern. Versuche, Aale in Gefangenschaft zu züchten, waren bisher kommerziell nicht erfolgreich.
Die Resolution wurde mit 427 Stimmen 249 genehmigt, mit 25 Enthaltungen an.
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