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Cybersicherheit

Sechs Personen wegen Cyberangriffen auf EU-Mitgliedstaaten und die Ukraine mit Sanktionen belegt

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Der Rat der Europäischen Union hat zusätzliche restriktive Maßnahmen gegen sechs Personen beschlossen, die an Cyberangriffen auf Informationssysteme im Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur, kritischen staatlichen Funktionen, der Speicherung oder Verarbeitung von Verschlusssachen und staatlichen Notfallteams in EU-Mitgliedsstaaten beteiligt waren. Zum ersten Mal werden restriktive Maßnahmen gegen Cyberkriminelle ergriffen, die Ransomware-Kampagnen gegen wichtige Dienste wie das Gesundheits- und Bankwesen einsetzen.

Auf den neuen Listen sind zwei Mitglieder der „Callisto-Gruppe“ zu finden: Ruslan Peretyatko und Andrey Korinets. Die „Callisto-Gruppe“ ist eine Gruppe russischer Geheimdienstler, die Cyberoperationen gegen EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten durchführt. Dabei werden anhaltende Phishing-Kampagnen durchgeführt, um sensible Daten in kritischen staatlichen Funktionen, darunter Verteidigung und Außenbeziehungen, zu stehlen.

Die EU geriet auch ins Visier von Oleksandr Sklianko und Mykola Chernykh von der „Hackergruppe Armageddon“, einer vom Inlandsgeheimdienst FSB der Russischen Föderation unterstützten Gruppe, die verschiedene Cyberangriffe mit erheblichen Auswirkungen auf die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten und der Ukraine durchführte, unter anderem durch den Einsatz von Phishing-E-Mails und Schadsoftware-Kampagnen.

Darüber hinaus wurden auch Mikhail Tsarev und Maksim Galochkin, die an der Verbreitung der Schadsoftware „Conti“ und „Trickbot“ beteiligt waren und an „Wizard Spider“ beteiligt waren, mit Sanktionen belegt. Trickbot ist ein bösartiges Spyware-Programm, das von der Bedrohungsgruppe „Wizard Spider“ erstellt und entwickelt wurde. Diese Gruppe hat in zahlreichen Sektoren, darunter auch in wichtigen Bereichen wie dem Gesundheits- und Bankwesen, Ransomware-Kampagnen durchgeführt und ist daher für erheblichen wirtschaftlichen Schaden in der Europäischen Union verantwortlich.

Das horizontale Cybersanktionsregime der EU gilt derzeit für 14 Einzelpersonen und vier Organisationen. Es umfasst das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Reiseverbot. Darüber hinaus ist es EU-Personen und Organisationen untersagt, den in der Liste aufgeführten Personen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Mit diesen neuen Listen bekräftigen die EU und ihre Mitgliedstaaten ihre Bereitschaft, ihre Bemühungen zu intensivieren, um stärker und nachhaltiger auf anhaltende böswillige Cyberaktivitäten zu reagieren, die auf die EU, ihre Mitgliedstaaten und Partner abzielen.

Dies steht im Einklang mit den gemeinsamen Bemühungen unserer internationalen Partner, wie Großbritannien und den USA, Cyberkriminalität zu unterbinden und zu bekämpfen. Die EU setzt sich weiterhin für einen globalen, offenen und sicheren Cyberraum ein und bekräftigt die Notwendigkeit einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit, um eine regelbasierte Ordnung in diesem Bereich zu fördern.

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Im Juni 2017 hat die EU einen Rahmen für eine gemeinsame diplomatische Reaktion der EU auf böswillige Cyberaktivitäten (die „Cyber ​​Diplomacy Toolbox“) geschaffen. Dieser Rahmen ermöglicht es der EU und ihren Mitgliedstaaten, alle Maßnahmen der GASP, einschließlich restriktiver Maßnahmen, falls erforderlich, zu nutzen, um böswillige Cyberaktivitäten, die auf die Integrität und Sicherheit der EU und ihrer Mitgliedstaaten abzielen, zu verhindern, zu unterbinden, abzuschrecken und darauf zu reagieren.

Der EU-Rahmen für restriktive Maßnahmen gegen Cyberangriffe, die die EU und ihre Mitgliedstaaten bedrohen, wurde im Mai 2019 geschaffen. Am 21. Mai 2024 verabschiedete der Rat Schlussfolgerungen zur Zukunft der Cybersicherheit, die als Orientierung dienen und Grundsätze für den Aufbau einer EU mit größerer Cybersicherheit und Widerstandsfähigkeit festlegen sollen.

Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten haben gemeinsam mit ihren internationalen Partnern die böswilligen Cyberaktivitäten der Russischen Föderation aufs Schärfste verurteilt. Dies galt auch für den Angriff auf die Ukraine im Jahr 2020, der sich gegen das Satellitennetz KA-SAT des Unternehmens Viasat richtete.

Russland hat sein verantwortungsloses Verhalten im Cyberspace fortgesetzt, das auch einen wesentlichen Bestandteil seiner illegalen und ungerechtfertigten Invasion in der Ukraine darstellte. Die EU wird ihre Zusammenarbeit insbesondere mit der Ukraine weiter verstärken, um die internationale Sicherheit und Stabilität im Cyberspace zu fördern, die globale Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und das Bewusstsein für Cyberbedrohungen und böswillige Cyberaktivitäten zu schärfen.

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EU Reporter veröffentlicht Artikel aus einer Vielzahl externer Quellen, die ein breites Spektrum an Standpunkten zum Ausdruck bringen. Die in diesen Artikeln vertretenen Positionen sind nicht unbedingt die von EU Reporter.

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