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Verteidigung

Studie: Europas Verteidigung basiert auf amerikanischen Servern

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Die kritische Infrastruktur der NATO ist ständigen Cyberangriffen ausgesetzt. Nur 13 Prozent der Cloud-Nutzung im Verteidigungsbereich werden von europäischen Anbietern abgewickelt. Marktkonzentration und Gesetzgebung in den USA werden zunehmend als Druckmittel eingesetzt. Stuttgart, 6. Juli 2026. Aktuelle Daten sind zu einem entscheidenden strategischen Vorteil im Verteidigungsbereich geworden. Umso wichtiger ist es, dass diese Daten sicher in der Cloud verarbeitet und genutzt werden können. Allerdings basieren 72 Prozent der Cloud-Nutzung von Unternehmen der Verteidigungsindustrie auf US-Anbietern wie Microsoft, Amazon und Google.

Diese Abhängigkeit von der Cloud droht, zum politischen Druckmittel zu werden. Die Branche hat das Problem erkannt: Fast die Hälfte aller Führungskräfte im Verteidigungssektor sieht im Fehlen einer souveränen Cloud den größten Engpass für die operative Kapazität. Dies sind die Ergebnisse der Horváth-Studie „Aerospace & Defense“, für die Topmanager der Luft- und Raumfahrtindustrie befragt wurden. Während US-amerikanische Anbieter fast drei Viertel der europäischen Cloud-Infrastruktur betreiben, decken europäische Anbieter zusammen nur 13 Prozent ab.

Die US-Regierung hat Zugriff auf Cloud-Daten. Möglich macht dies ein US-Bundesgesetz, der CLOUD Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act). Dieses Gesetz verpflichtet amerikanische Unternehmen, darunter die drei größten US-Cloud-Anbieter, Daten auf Anfrage an US-Behörden herauszugeben, unabhängig davon, ob sich die Server in Europa befinden. „Wer die Cloud kontrolliert, kontrolliert im Notfall auch den Ausgang eines Konflikts. Europa braucht aber nicht nur mehr Investitionen in seine eigene Infrastruktur; zunächst benötigen die EU-Mitgliedstaaten eine gemeinsame Definition dessen, was eine souveräne Cloud leisten soll“, erklärt der Verteidigungsexperte. Ohne ein gemeinsames Verständnis von digitaler Souveränität bleiben alle Investitionen unkoordiniert.

KI führt zu Störungen in der Verteidigung
Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) besteht Aufholbedarf. 82 Prozent der befragten Führungskräfte sind überzeugt, dass KI die disruptivste Kraft im Verteidigungssektor darstellt. Sie glauben, dass ihr Einsatz Führung, Kontrolle und Logistik schneller verändern wird als jedes neue Waffensystem. Bis zur Implementierung von KI in operative Prozesse ist es jedoch noch ein weiter Weg. 95 Prozent der befragten Unternehmen haben KI-Projekte gestartet, befinden sich aber in vielen Bereichen noch in der Anfangsphase. Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und fragmentierte Datenlandschaften behindern die Skalierung. Gleichzeitig wächst der Druck, in puncto KI-Reife aufzuholen: Bis 2030 sollen 90 Prozent der neuen militärischen Hardware über vernetzte Systeme verbunden sein. „KI wird nur dann einen militärischen Vorteil bieten, wenn Europa die zugrunde liegenden Daten souverän kontrolliert.“

„Die eigentliche Herausforderung liegt daher nicht in der KI selbst, sondern in der Architektur einer souveränen Cloud, die dahintersteht“, so Ralf Gaydoul. Zur Studie: Für die Horváth-Studie „Luft- und Raumfahrt & Verteidigung“ wurde eine repräsentative Auswahl von Führungskräften aus Verteidigungsunternehmen in Deutschland und Europa befragt. Die Stichprobe umfasst über 60 CxOs, mit denen ausführliche persönliche Interviews geführt wurden.

Über Horváth
Horváth ist eine internationale, unabhängige Managementberatung mit 1,400 Mitarbeitern an Standorten in Europa, den USA und weiteren globalen Märkten. Als führende Managementberatung für Transformation, Performance Management und Digitalisierung begleiten wir Unternehmen und öffentliche Organisationen auf ihrem Weg zu nachhaltigem Erfolg und langfristiger, hoher Wertschöpfung. Horváth zeichnet sich durch fundierte, innovative Beratungsansätze und -lösungen aus – basierend auf unseren Wurzeln und Werten, geprägt von unserem Gründer, Professor Péter Horváth. Unsere Kunden, von der Geschäftsführung bis hin zu Spezialisten, schätzen insbesondere unsere umfassende Expertise, unsere Umsetzungsstärke und unsere partnerschaftliche Zusammenarbeit. Horváth wurde bereits mehrfach für die hohe Kundenzufriedenheit mit den erzielten Projektergebnissen ausgezeichnet.

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