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Verteidigung

Costa sagt, die EU brauche eine „360-Grad“-Sicherheitsvision

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Der informelle Europäische Rat, der am 23. und 24. April 2026 in Zypern stattfand, endete mit einem starken Zeichen der Einigkeit in den Bereichen Sicherheit, Energieversorgungssicherheit und der globalen Rolle der Europäischen Union, während die Staats- und Regierungschefs mit den eskalierenden Folgen des Konflikts im Nahen Osten zu kämpfen hatten., schreibt Catherine Feore.

„Unser Treffen in Zypern hat im aktuellen Kontext eine wichtige Symbolik. Es demonstriert die feste und unmissverständliche Unterstützung der EU für die Mitgliedstaaten, die am stärksten vom andauernden Konflikt im Nahen Osten betroffen sind“, sagte EU-Ratspräsident António Costa mit Blick auf den Drohnenangriff auf einen britischen Luftwaffenstützpunkt in Zypern.

„360-Grad-Sicht“ für mehr Sicherheit

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand das sich wandelnde Sicherheitsumfeld in Europa. „Europa steht heute vor einer herausfordernden Sicherheitslage. Diese erfordert eine umfassende Vision für nachhaltigen Frieden und Sicherheit – und entsprechendes Handeln“, sagte er.

Die Staats- und Regierungschefs waren nicht nur zusammengekommen, um über die Kredite an die Ukraine und das 20. Sanktionspaket gegen Russland zu beraten, sondern auch über die zunehmende Instabilität im Nahen Osten, die direkte Auswirkungen auf die europäische Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität hat. Zypern wurde aufgrund seiner geografischen Nähe als „wichtiger Ankerpunkt der Zusammenarbeit und des europäischen Engagements in der Region“ hervorgehoben.

Naher Osten: Von Waffenstillständen zu einer langfristigen Strategie

Der Nahe Osten dominierte die Tagesordnung, und obwohl die jüngsten Waffenstillstände vorsichtig begrüßt wurden, streben die Staats- und Regierungschefs eine dauerhafte Lösung an. Ursula von der Leyen erklärte: „Unser gemeinsames Ziel ist es nun, ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln.“

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Costa sagte, alle Parteien müssten sich in gutem Glauben um Frieden bemühen, und erklärte, die Europäische Union, die an der ursprünglichen Entscheidung Israels und der USA zum Angriff auf den Iran nicht beteiligt war, werde „Teil der Lösung sein“.

Von der Leyen betonte die Notwendigkeit, „die volle und dauerhafte Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz ohne Mautgebühren wiederherzustellen“, während Costa die Wiederherstellung der Schifffahrt in der strategischen Wasserstraße ebenfalls als eines der wichtigsten Ziele der EU nannte.

Costa sagte, die Priorität der EU liege darin, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz wiederherzustellen;
auf einen stabilen und dauerhaften Waffenstillstand hinzuarbeiten, der den Weg zu einem nachhaltigen Frieden in der Region ebnen könnte; und sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffe erwirbt.

An dem Treffen nahmen führende Vertreter Jordaniens, des Libanon, Syriens, Ägyptens und des Golf-Kooperationsrats teil. Costa erklärte, sie könnten auf die Unterstützung der EU zählen.

Von der Krisenreaktion bis zu langfristigen Partnerschaften

Beide Staats- und Regierungschefs betonten, dass der Ansatz der EU über das Krisenmanagement hinausgeht. „Wir sind nicht nur Partner im Krisenmanagement. Wir sind Partner für die Zukunft“, sagte von der Leyen und verwies auf die gestärkten Beziehungen zu den Mitgliedstaaten. Sie hob zudem weitergehende geopolitische Ziele hervor, darunter eine vertiefte Partnerschaft mit den Golfstaaten und den Ausbau strategischer Infrastrukturen wie des Wirtschaftskorridors Indien-Naher Osten-Europa.

Am auffälligsten war vielleicht ihre Betonung des direkten Zusammenhangs zwischen regionaler Instabilität und europäischem Wohlstand: „Eine Bedrohung für ein Handelsschiff in der Straße von Hormuz ist beispielsweise auch eine Bedrohung für eine Fabrik in Belgien.“

Wirtschaftliche Folgen und Energiewende

Die geopolitische Krise trifft bereits die europäische Wirtschaft. Staats- und Regierungschefs warnten vor steigenden Preisen für fossile Brennstoffe, einem verlangsamten Wachstum und einer Belastung für Haushalte und Unternehmen. Costa bestätigte die Dringlichkeit: Der Konflikt „bremst das Wachstum und hat direkte Auswirkungen auf das Leben von Bürgern und Unternehmen“.

Als Reaktion darauf bereitet die EU koordinierte Maßnahmen vor, die auf den Vorschlägen von von der Leyen aufbauen. Die Staats- und Regierungschefs betonten jedoch auch, dass kurzfristige Abhilfemaßnahmen mit einem langfristigen Wandel einhergehen müssen.

„Für Europa gibt es nur eine Option“, sagte Costa und wies darauf hin, dass die „Beschleunigung unserer Energiewende und der verstärkte Einsatz heimischer sauberer Energiequellen“ der Schlüssel zu dauerhafter Energiesicherheit seien.

Die langfristigen Haushaltsverhandlungen der EU nehmen Gestalt an

Über die Bewältigung der unmittelbaren Krisen hinaus wurden bei dem Treffen auch die Gespräche über den nächsten langfristigen EU-Haushalt, den mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), vorangetrieben. Die Staats- und Regierungschefs waren sich einig, dass eine Einigung bis Ende 2026 dringend erforderlich ist, um die Umsetzung ab 2028 zu gewährleisten.

Costa erklärte, die heutige Debatte habe bestätigt, dass neue Eigenmittel eine wichtige Rolle bei der Haushaltsfinanzierung spielen müssten. Es herrsche jedoch weiterhin Uneinigkeit darüber, wie dies erreicht werden solle. Man sei offen dafür, Optionen jenseits der bisherigen EU-Vorschläge zu prüfen. Costa kündigte an, der Rat werde die MFR-Diskussionen beim Europäischen Rat im Juni wieder aufnehmen. Weitere Vorschläge, darunter auch jene des Europäischen Parlaments, würden weiterhin geprüft; konkretere Zahlen würden im Juni erwartet.

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Gastbeitrag - Meinung

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