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Digitale Wirtschaft

Gemeinsame CEO-Erklärung: „Europa muss seine digitalen Ambitionen in konkrete Maßnahmen umsetzen“

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Wir, die CEOs der führenden Telekommunikationsunternehmen Europas, fordern die politischen Entscheidungsträger der EU auf, Europas digitale Ambitionen eng mit einem unterstützenden politischen und regulatorischen Ökosystem in Einklang zu bringen. Unser Sektor investiert massiv, um allen Europäern neue digitale Netze zur Verfügung zu stellen: Die gesamten Telekommunikationsinvestitionen haben in Europa jetzt 52.5 Mrd. EUR/Jahr erreicht, den höchsten Stand seit sechs Jahren. Wir sind innovativ über unsere 5G-, Glasfaser- und Kabelnetze hinaus mit kollaborativen Initiativen zu Open-RAN, Edge-Cloud und datengestützten Diensten. Wir gehen entschlossen gegen den Klimawandel vor, indem wir unsere eigenen Ziele zur Klimaneutralität vorwegnehmenii, aber auch eine umfassende Einführung von IKT ermöglichen: Dies kann eine Reduzierung der CO15-Emissionen in der gesamten Wirtschaft um bis zu 2 % ermöglichen.

Auch die europäischen Politiker haben ihre Bemühungen um digitale Führung verstärkt. Mit der Genehmigung der 20 %-Zuweisung für den digitalen Übergang im Konjunkturprogramm für Europaiv und der Unterstützung dieser mit ehrgeizigen Zielen der EU-Digitalen Dekadev steht Europa an einem Wendepunkt. Wir brauchen jetzt konkrete und sofortige Maßnahmen, um die Gelegenheit zu nutzen und weitere technologische Innovation und Inklusivität voranzutreiben. Die globale Rolle Europas darf sich nicht darauf beschränken, die von anderen gebauten Technologien zu kaufen und zu regulieren: Wir müssen die Bedingungen für das Gedeihen eigener digitaler Infrastrukturen und Dienste schaffen und globale Standards setzen, die andere anstreben können.

Um diese gemeinsamen Ambitionen zu erreichen, fordern wir Maßnahmen in drei Bereichen:
• Eine klare Abstimmung zwischen den europäischen Ambitionen der digitalen Führungsrolle und der Wettbewerbspolitik. Die positiven Signale zur Zusammenarbeit mit der Industrie – von der gemeinsamen Nutzung von Netzwerken bis hin zu IPCEI-Projektenvi und anderen Formen der Zusammenarbeit – sind wichtige Schritte nach vorn und sollten verstärkt werden. Der Ausbau der Größe im Telekommunikationssektor bleibt eine Priorität sowohl innerhalb der Märkte als auch marktübergreifend: Dies liegt im strategischen Interesse der EU und ihrer Bürger.
• Starkes Engagement der Politik, um sicherzustellen, dass regulatorische Maßnahmen Investitionen in Gigabit-Netze fördern, die zusätzliche Investitionen in Höhe von 300 Mrd. EUR erfordernvii . Die Regulierung muss die Marktrealitäten jetzt und in Zukunft vollständig widerspiegeln. Nämlich, dass Telekommunikationsbetreiber im Kontext dynamischer Märkte von Angesicht zu Angesicht mit den Diensten der Big Tech konkurrieren. Hohe Frequenzpreise und Auktionen, die nicht nachhaltige Marktteilnehmer künstlich in den Markt drängen, müssen beendet werden. Jüngste Ideen zur Änderung eines Vorschlags der Europäischen Kommission durch die Ausweitung der Endkundenpreisregulierung auf Auslandsgespräche – ein wettbewerbsorientierter Markt, auf dem viele kostenlose Alternativen existieren – stehen im Widerspruch zu den Zielen der Digitalen Dekade: Wir schätzen, dass sie dem Sektor gewaltsam Einnahmen von über 2 Mrd einen Zeitraum von 4 Jahren, was 2.5 % der jährlichen Investitionskapazität des Sektors für mobile Infrastruktur entsprichtviii . Darüber hinaus ist die laufende politische Arbeit zur Reduzierung der Kosten für die Einführung von wesentlicher Bedeutung und sollte zügig vorangetrieben werden.
• Eine erneute Anstrengung, die Beziehung zwischen globalen Technologiegiganten und dem europäischen digitalen Ökosystem neu auszubalancieren. Horizontale Maßnahmen wie das Digital Markets Act spielen dabei eine entscheidende Rolle und werden deshalb von uns nachdrücklich unterstützt. Darüber hinaus müssen wir auch wichtige branchenspezifische Fragen berücksichtigen. Ein großer und zunehmender Teil des Netzwerkverkehrs wird von großen Technologieplattformen generiert und monetarisiert, erfordert jedoch kontinuierliche, intensive Netzwerkinvestitionen und -planung durch den Telekommunikationssektor.

Dieses Modell, das es den EU-Bürgern ermöglicht, von den Früchten der digitalen Transformation zu profitieren, kann nur nachhaltig sein, wenn auch solche großen Tech-Plattformen einen fairen Beitrag zu den Netzkosten leisten. Darüber hinaus müssen wir sicherstellen, dass neue Industriestrategien es europäischen Akteuren – einschließlich Telekommunikationsunternehmen – ermöglichen, erfolgreich in globalen Datenräumen zu konkurrieren, damit wir eine europäische Datenwirtschaft entwickeln können, die auf echten europäischen Werten aufbaut. Europa braucht einen starken Telekommunikationssektor und Ökosysteme. Wir sind bereit, Institutionen dabei zu helfen, ein politisches Umfeld weiter zu gestalten, das die Digitalisierung zum Nutzen aller europäischen Bürger und Unternehmen beschleunigt.

Unterzeichner: Thomas Arnoldner, CEO, Telekom Austria Nikolai Andreev, CEO, Vivacom Guillaume Boutin, CEO, Proximus Group Sigve Brekke, President und CEO, Telenor Group Joost Farwerck, CEO und Vorstandsvorsitzender, KPN Alexandre Fonseca, Executive President, Altice Portugal Timotheus Höttges, CEO, Deutsche Telekom Philip Jansen, CEO, BT Group Allison Kirkby, President und CEO, Telia Company José María Alvarez Pallete, Chairman und CEO, Telefónica Nick Read, CEO, Vodafone Group Stéphane Richard, Chairman und CEO, Orange Gruppe Urs Schaeppi, CEO, Swisscom

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EU Reporter veröffentlicht Artikel aus einer Vielzahl externer Quellen, die ein breites Spektrum an Standpunkten zum Ausdruck bringen. Die in diesen Artikeln vertretenen Positionen sind nicht unbedingt die von EU Reporter.

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