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Von der Infrastruktur zu den Auswirkungen: Wie Rechenzentren Arbeitsplätze, Qualifikationen und Steuereinnahmen generieren.

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Im Zentrum der europäischen Investitionsstrategie für Rechenzentren steht ein zunehmender Konflikt. EU-weit sind Regierungen auf lokaler, nationaler und supranationaler Ebene bestrebt, Investitionen anzuziehen und die notwendigen Rechen- und Speicherkapazitäten zu schaffen, um die Digitalisierung voranzutreiben und eine effektive Teilhabe an der KI-Wirtschaft zu gewährleisten. Gleichzeitig wächst die Besorgnis über die energie-, umwelt- und wirtschaftspolitischen Auswirkungen dieser enormen Investitionen. Dies schmälert nicht die berechtigten Bedenken hinsichtlich der Netzbelastung oder der Flächennutzung, verdeutlicht aber, dass in der Debatte sowohl die Kosten als auch der messbare wirtschaftliche Nutzen berücksichtigt werden müssen. schreibt atNorths CEO Eyjólfur Magnús Kristinsson.

Zum Teil trägt der Sektor selbst die Schuld: Wir sprechen ständig von Konsum und immer größerem Umfang – doch selten gehen wir auf die Vorteile in Bezug auf Dienstleistungen, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und die beschleunigte Umstellung auf nachhaltige digitale Lösungen ein. Für viele wirkt ein Rechenzentrum wie ein geheimnisvolles, stilles Lagerhaus – eine „leere Kiste“, die Energie verbraucht und Platz beansprucht. Diese Wahrnehmung verschleiert jedoch die Realität, dass moderne Rechenzentren in Wirklichkeit Wirtschaftsmotoren sind. Sie liefern nicht nur die digitalen Dienste, auf die wir alle angewiesen sind, sondern schaffen auch Arbeitsplätze, fördern die Kompetenzentwicklung, generieren Steuereinnahmen und stärken die lokale Infrastruktur. Weit davon entfernt, passive „Energiefresser“ zu sein, sind sie Katalysatoren für regionales, nationales und europäisches Wachstum und Innovation sowie grüne Alternativen zu traditionellen Industrien.

Mehr als Megawatt

Die nordischen Länder profitieren von reichlich erneuerbarer Energie und einer etablierten industriellen Infrastruktur. Dieses zugrundeliegende Modell – bei dem Investitionen in Rechenzentren auf regionale Revitalisierung, Qualifizierung und Energierückgewinnung treffen – ist mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen europaweit übertragbar. Aktuelle Daten aus Finnland veranschaulichen beispielsweise besonders deutlich, wie Rechenzentren die Infrastruktur nutzen, um positive Auswirkungen zu erzielen. Laut Finnischer Rechenzentrumsverband Laut FDCA wird Finnlands Rechenzentrumsbranche auf rund 1 Milliarde Euro geschätzt und soll sich bis 2030 auf 4 Milliarden Euro vervierfachen. Dies entspricht den Prognosen für das Wachstum des gesamten nordischen Rechenzentrumsbaus. durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 23 % bis 2030 und übertrifft das prognostizierte Wachstum in der EU von etwa 10 % pro Jahr und erreicht ungefähr 154 Milliarden von 2030.

Ein aktueller Bericht (2024) von Samfunnsøkonomisk Analyse Die Wertschöpfung der Rechenzentrumsbranche in Norwegen wird auf rund 4.7 Milliarden NOK (knapp 400 Millionen Euro) geschätzt. Dank starker lokaler Anbieter wie atNorth tragen Rechenzentren in den nordischen Ländern bereits zum BIP bei. In Island beispielsweise wird der Marktwert bis 2030 voraussichtlich auf über 800 Millionen Euro ansteigen und sich damit nahezu verdoppeln. Rechenzentren leisten somit einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft der nordischen Länder. Tatsächlich haben nur wenige Sektoren für kleine Volkswirtschaften eine so große Bedeutung für das Wachstum.

Die positiven Auswirkungen von Rechenzentren auf die lokale Wirtschaft wurden kürzlich vom Bürgermeister der isländischen Stadt Akureyri zusammengefasst. In seiner Rede in Reykjavik sagte er: Bürgermeister Ásthildur atNorth gab bekannt, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren planmäßig 30 Milliarden ISK (ca. 212 Millionen Euro) in die Stadt investieren werde. Der Bau eines Rechenzentrums in Akureyri habe weitreichende positive Auswirkungen auf alle Bereiche, von der Bildung durch verbesserte technische Ausbildungsmöglichkeiten bis hin zu besseren Verkehrsanbindungen, da die Mitarbeiter und Besucher des Rechenzentrums die Nachfrage nach internationalen Flugverbindungen am Flughafen Akureyri ankurbeln. Darüber hinaus geben diese Besucher und Mitarbeiter natürlich Geld bei lokalen Unternehmen wie Hotels, Restaurants und anderen Dienstleistungsbetrieben aus.

Arbeitsplätze und Stadterneuerung

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Entgegen der weitverbreiteten Ansicht, dass Rechenzentren ein „arbeitsplatzloses Wachstum“ darstellen, schätzt die FDCA, dass die mit diesem Sektor verbundene Beschäftigung in Finnland voraussichtlich auf fast 10,000 Vollzeit Bis 2030 werden jährlich entsprechend viele Mitarbeiter eingestellt. Hinzu kommen die fast 45,000 temporären Arbeitsplätze, die jährlich durch die Bauphase bis 2030 geschaffen werden. Eine Aufschlüsselung nach Standorten zeigt, dass die positiven Auswirkungen auf die lokale Beschäftigung erheblich sein können. Obwohl eine „typische“ 100-MW-Anlage möglicherweise nur beschäftigen direkt zwischen 100 und 150 Personen (hochqualifiziert und hohes Gehalt) wird es auch mehr als 500 weitere unterstützen Jedes Jahr werden während des Betriebs Arbeitsplätze in der lokalen Gemeinschaft geschaffen.

Es ist außerdem erwähnenswert, dass viele Rechenzentren in Skandinavien und anderen Ländern auf stillgelegten Industriegeländen errichtet werden. Diese verfügen bereits über eine leistungsstarke Stromversorgung, befinden sich in der Nähe von Ballungszentren und bieten viel Platz. Der Bau von Rechenzentren an diesen Standorten kann Industriebrachen revitalisieren und Arbeitsplätze in schrumpfenden, ehemaligen Industriegebieten schaffen. Beispielsweise wurden die atNorth-Anlagen DEN01 in Kopenhagen und FIN04 in Myllykoski, nordöstlich von Helsinki, auf stillgelegten Industriegeländen (einer Druckerei bzw. einer Papierfabrik) errichtet.

Wert aus Ressourcen

Argumente gegen die Planung von Rechenzentren konzentrieren sich oft auf die reinen Zahlen – insbesondere auf den Energieverbrauch. Während Kritiker sich einseitig auf den Stromverbrauch fokussieren, ist der Wert pro Kilowattstunde (kWh) die aussagekräftigere Kennzahl – und in dieser Hinsicht schneiden Rechenzentren durchweg besser ab. Sie sind die neuen Wachstumsmotoren und wandeln Investitionen in Arbeitsplätze, Qualifikationen, Steuereinnahmen und gesellschaftlichen Nutzen um. Der FDCA-Bericht unterstreicht denselben Punkt: Rechenzentren liefern mehr, als sie verbrauchen.

Rechenzentren können zudem einen planbaren, langfristigen Strommarkt schaffen, der Investitionen in erneuerbare Energien fördert. Die FDCA-Studie prognostiziert einen drastischen Anstieg des Strombedarfs – von derzeit rund 285 MW auf 1.5 GW bis 2030. Dies unterstreicht, wie diese Nachfrage Investitionen in neue Windkraftabnahmeverträge und Netzausbauten beschleunigt und Finnlands Energiewende hin zu erneuerbaren Energien unterstützt.

Andere Forschungsergebnisse weisen auf die Effizienz der Energienutzung in Rechenzentren hin. Aufgrund des hohen Verbrauchs (und damit der hohen Stromkosten) haben diese einen Anreiz, in Effizienz zu investieren, und haben so die Energieeffizienz (PUE) deutlich verbessert. 1.74 im Jahr 2005 und liegt jetzt unter 1.2In Norwegen zeigen unabhängige Analysen, dass Rechenzentren die doppelte Wertschöpfung erzielen pro verbrauchter kWh im Vergleich zu traditionellen energieintensiven Industrien.

Darüber hinaus investieren viele Betreiber wie atNorth massiv in Wärmerückgewinnungssysteme, die eine doppelte Energienutzung ermöglichen. Computerserver erzeugen bei der Verarbeitung der von uns allen genutzten digitalen Dienste Wärme. Durch die Nutzung dieser Wärme und deren Einspeisung in Fernwärmenetze wird der Bedarf an zusätzlicher Energieerzeugung für die Beheizung von Wohnhäusern reduziert. atNorth strebt die Wärmerückgewinnung an allen Standorten an und demonstriert innovative Anwendungen, die nicht nur Energie sparen, sondern auch die lokale Wirtschaft ankurbeln. Die Partnerschaften mit Kesko Ein finnisches Rechenzentrum (zur Beheizung eines Ladens) und die isländische Gemeinde Akureyri (zur Beheizung von Gewächshäusern, um Kinder über nachhaltige Landwirtschaft und Energieeffizienz aufzuklären) nutzen die Abwärme ihrer Rechenzentren, um die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Dies sind nur zwei Beispiele für atNorths Engagement in diesem Bereich. 'Blaupause für die Zukunft' wodurch die Entwicklung von Rechenzentren in den Mittelpunkt nachhaltiger Gemeinschaften gestellt wird.

Von der Investition zur Wirkung: Strategische Infrastruktur für Europa

Die finnische Studie zeigt, dass ein einzelnes 300-MW-Rechenzentrum eine Leistung in der Größenordnung von 1 Milliarde Euro jährlich Die Investition schafft wirtschaftlichen Mehrwert mit Multiplikatoreffekten, die sich auf Bau und Betrieb auswirken. Während der Bauphase werden Tausende von Handwerkern und Auftragnehmern beschäftigt, wodurch unmittelbare Lohn- und Steuereinnahmen generiert werden. Nach der Inbetriebnahme bieten die Anlagen langfristige, stabile Arbeitsplätze mit oft überdurchschnittlichen Löhnen und bilden das Fundament regionaler Zulieferernetzwerke. Die FDCA schätzt, dass diese Investition Folgendes bewirken könnte: 400 Millionen Euro pro Jahr an Steuereinnahmen. Allein im Baugewerbe werden bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich kumulierte Investitionen in Höhe von 12 Milliarden Euro und Steuereinnahmen in Höhe von 1.7 Milliarden Euro generiert werden.

Diese nordischen Beispiele zeigen, dass Rechenzentren mehr als nur Infrastruktur sind; sie ermöglichen wirtschaftliche Unabhängigkeit und technologische Führungsrolle. Europas Streben nach digitaler Souveränität hängt von einer eigenen sicheren und nachhaltigen Recheninfrastruktur ab – einer Infrastruktur, die auf Rechenzentren basiert.

Für politische Entscheidungsträger auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene ist die Wahl eindeutig. Die Förderung des Ausbaus von Rechenzentren ist kein Glücksspiel, sondern eine bewährte Strategie für schnelle Amortisation und langfristige Stabilität. Für Europa stellen sie eine essenzielle Infrastruktur dar – nicht nur für die digitale Wirtschaft, sondern auch für strategische Autonomie und nachhaltiges Wachstum.

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Gastbeitrag - Meinung

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