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Europaabgeordnete Schilling fordert Verbot von Privatjets: „Wenn alle zum Einschränken aufgefordert werden, sollte man mit den Superreichen anfangen.“ 

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Angesichts der explodierenden Energiepreise fordern die grüne Europaabgeordnete Lena Schilling und 20 weitere grüne Europaabgeordnete in einem Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas ein vorübergehendes EU-weites Flugverbot für Privatjets. (Im Bild). 

Die Blockade der Straße von Hormus hat den stärksten Anstieg der Rohölpreise seit Russlands Einmarsch in die Ukraine ausgelöst. In ganz Europa steigen die Treibstoffkosten rapide an; eine Tankfüllung Diesel kostet nun rund 30 Euro mehr. 

„Während sich Millionen von Menschen fragen, wie sie sich den Arbeitsweg leisten sollen, starten Privatjets weiterhin, als wäre nichts geschehen. Das zeigt ganz klar, wer für diese Krise aufkommen soll und wer nicht“, kommentiert Lena Schilling. 

Gleichzeitig steht die kommerzielle Luftfahrt bereits unter Druck, und für den Sommer werden Hunderte von Flugausfällen erwartet. Doch eine der CO₂-intensivsten und sozial ungleichsten Transportarten, die Nutzung von Privatjets, ist nach wie vor völlig unreguliert. Privatjets verursachen pro Passagier 20- bis 30-mal mehr Emissionen als Flüge in der Economy Class, die ihrerseits deutlich umweltschädlicher sind als die Bahn, insbesondere wenn man die Nicht-CO₂-Effekte berücksichtigt. Im Jahr 2022 legten 55 % der Privatjetflüge in Europa Strecken von weniger als 750 km zurück und hätten durch die Bahn ersetzt werden können. Der durchschnittliche Privatjetbesitzer verfügt über ein Nettovermögen von rund 1.3 Milliarden Euro. 

„In dieser Krise sind alle aufgefordert, ihren Konsum einzuschränken. Wenn die Last aber nur auf den Schultern der einfachen Bevölkerung lastet, ist das keine Solidarität, sondern schlichtweg ungerecht. Wenn wir es mit dem Energiesparen ernst meinen, müssen wir dort ansetzen, wo der Verbrauch am extremsten ist: bei den Superreichen und ihren Privatjets“, so Schilling. 

Die grünen Europaabgeordneten fordern: 

• Ein vorübergehendes EU-weites Verbot von Privatjetflügen für nicht notwendige Reisen  

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• Beschränkungen für die Ankunft und Betankung von Privatjets aus Nicht-EU-Ländern  

• Klare Nutzungsbeschränkungen für medizinische, humanitäre und kritische Regierungszwecke  

Sie fordern außerdem, dass diese Maßnahmen in den bevorstehenden Katalog der Kommission für Energiesparmaßnahmen aufgenommen werden, der beim informellen Treffen der EU-Energieminister am 13. Mai in Zypern vorgestellt werden soll. 

„Wenn es der Kommission ernst damit ist, Energie zu sparen, muss sie alle Bevölkerungsgruppen einbeziehen“, fügt Schilling hinzu. „Diese Krise ist ein Stresstest für Gerechtigkeit. Wenn wir die Vielen zur Kasse bitten, während die Reichsten einfach so weitermachen wie bisher, verlieren wir die Unterstützung derjenigen, die diesen Übergang tragen sollen.“ 

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